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Dieser Blog ist nicht kaputt.

2015-10-31

Developer Open Space - Die Spaces

Der zweite Tag und dritte Tag beim Developer Open Space sind die Spaces-Tage. Spaces sind nicht definiert. Es kann ein klassischer Talk sein, ob vorbereitet oder nicht. Eine Diskussionsrunde, ein Erfahrungsaustausch, oder eine Art Workshop im kleinen. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt! Ebenso ist es möglich, einfach zu sagen, dass man an einem bestimmten Thema Interesse hat.

Das Standup

Der Tag beginnt wie bei vielen in meinem Arbeitsumfeld mit einem Standup. Torsten hat kurz ein paar Worte zur Konferenz und deren Geschichte und Wandlung über die letzten Jahre erzählt. In diesem Moment wurde mir auch das erste Mal die Teilnehmer-Zahl von über 300 im Raum bewusst.

Im Anschluss hat er uns die “Regeln” für einen Space vorgestellt, was mich etwas zum Schmunzeln gebracht hat. Eben nicht weil ich es albern fand, sondern ich diese offene Kommunikationsförderung sehr zu schätzen weiß! Die Wichtigste war “Das Gesetz der zwei Füße”, welche aussagen sollte, dass jeder den Space verlassen kann wenn man einen Grund dazu sieht. Egal ob man einfach nur kurz in ein Thema reinhören wollte oder man sich etwas anderes vorgestellt hat. Hätte man diese Ansage nicht gemacht, hätte man wohl mehr Hemmungen gehabt einen Space einfach zu verlassen.

Nach dieser kurzen Einführung war die “Bühne” für die Teilnehmer freigegeben. Jeder, der einen Beitrag leisten wollte oder einfach ein Interesse an einem bestimmten Thema hat, konnte sich kurz vor das Publikum stellen und etwas sagen. Anschließend wurde mit Handzeichen signalisiert wie viel Interesse an dem Thema besteht. Je nach dem wurde dann ein Raum mit der entsprechenden Größe gewählt.

Nachdem alle Beitragenden gehört worden sind, hat sich eine Timetable ergeben, die inital durch Torsten unter Berücksichtigung der Raumgröße definiert wurde. Anschließend hatten wir noch einmal die Möglichkeit zu schieben und entsprechend Einfluss zu nehmen. Und schon ging der Tag los!

Dieses Schauspiel hat sich an beiden Spaces-Tagen ereignet und war die Einstimmung auf den Tag. Trotzdem gab es Unterschiede zwischen den Tagen:

Ich persönlich habe im ersten Tag für mich klare thematische Lücken entdeckt zu denen ich etwas beitragen konnte. Was ich letztendlich dann auch getan habe. Ich glaube der zweite Spaces-Tag ist bei dieser Konferenz tatsächlich der qualitativere. Zumindest habe ich wahrgenommen, dass die Leute mutiger geworden sind, selbst etwas beizutragen.

Der erste Tag hatte den Charme, dass vor allem die gut vorbereiteten Vorträge ihre Bühne fanden. Man darf nicht vergessen, dass ein guter Vortrag oder Workshop ein super Aushängeschild für jeden Web-Worker ist. Und wenn man es genau nimmt sind diese Bühnen selten.

Unterschiedliche Spaces, Charaktere und Qualitäten

Ich kann leider nicht zu allen Spaces schreiben die ich besucht habe. Trotzdem sind mir ein paar allgemeine Dinge aufgefallen auf die ich eingehen möchte.

Spaces sind nicht definiert und bieten, neben den Leuten die wirklich Routine im halten von Talks haben, auch anderen eine Plattform sich auszutauschen.

Ich hatte einige Speaker gesehen, die über ihren Schatten gesprungen sind, und einfach ein Thema angeboten haben. Oft hat man gemerkt, dass sie das noch nie gemacht haben, aber es sind super Spaces daraus entstanden. Ich habe selten so fruchtbare und dynamische Diskussionen erlebt wie beim Developer Open Space. In diesen positiven Beispielen hatte man wirklich den Eindruck, dass sich die Leute auf Augenhöhe begegneten und sich die Diskussion von ganz alleine weiterentwickelt. Am Ende konnte jeder etwas mitnehmen, egal auf welchem Wissensstand oder mit welcher Erwartung man in den Space gegangen ist.

Neben den wirklich sehr vielen guten Spaces gab es aber auch einige, die ich etwas enttäuscht verlassen habe. Die Themen waren sehr interessant und waren als offene Diskussion angedacht. Schlussendlich stellte sich aber heraus, dass das Thema vom Space-Initiator immer wieder auf seine eigene Position gelenkt wurde. Die Sätze haben eigentlich immer mit der Floskel “Bei uns in der Firma …” begonnen.

Konstruktive Beiträge sind zwar angehört worden, aber haben irgendwie nicht dazu geführt, dass sie die Diskussion befruchten. Retrospektiv betrachtet hat sich das Ganze wie ein großes Jammern angehört. Auch das muss mal sein, aber ich hätte mir gewünscht, dass man hier vielleicht etwas lösungsorientierter diskutiert.

An dieser Stelle möchte ich auch mir selbst und ggf. den anderen Spaces-Teilnehmern an die Nase fassen: Sollte es garnicht passen, sollte öfter das Gesetz der zwei Füße in Kraft treten. Andersherum ist es auch an uns Teilnehmern, den Space mehr zu formen. Das werde ich nächstes mal besser machen.

Die Blogreihe

Dieses mal bin ich vor allem auf die allgemeinen Aspekte der Spaces eingegangen. Das soll aber nicht so bleiben. Im nächsten Teil gehe ich auf meine Highlight-Spaces und meinen ersten eigenen Space ein.